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Apr/10

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Greifbare Geschichte.

Die Geschichte der ehemaligen EWS ist sichtbar, denn freundlicherweise haben wir einige Original-Pläne des Gebäudes erhalten und nehmen dies als Anlass einmal zurück zu schauen: 1905 wurde das heutige Industriedenkmal erbaut und in den ersten Jahren bis 1922 von der Steingutfabrik AG Sörnewitz genutzt. Ab 1922 ließ sich die Siemens-Elektrowärme-Gesellschaft mbH, Sörnewitz auf weiten Teilen des über zwölf Hektar großen Betriebsgeländes nieder.

Die ehemalige Porzellanfabrik war nun Geschichte, statt Gebrauchskeramik wurden jetzt beheizbare, elektrische Geräte produziert, wie zum Beispiel: Bügeleisen, Brutapparate, Tauchsieder, Lufterhitzer, Wärmespeicher, Kaffee- und Teemaschinen, Küchen- und Tischherde sowie Kochplatten. Später, im Jahr 1946, wurde die Firma enteignet und firmierte seitdem als VEB Elektrowärme Sörnewitz. Die in Sörnewitz ansässigen Unternehmen konnten von einer direkten Verkehrsanbindung profitieren, verfügten Sie doch sehr frühzeitig über eigene Gleisanschlüsse.

Mit der Wende waren auch die Glanzseiten der EWS Geschichte, ein Großteil des Betriebes wurde abgewickelt und die Betriebsflächen in Gewerbegebiete umgewandelt. Das Hauptgebäude steht nun seit über 15 Jahren leer und wird jetzt Schritt für Schritt für die künftige Nutzung als Weinlager und Firmensitz von SUPERIORE.DE entwickelt.

Wir freuen uns das Industriedenkmal auf dem Gelände der ehemaligen EWS zu sanieren und somit endlich wieder mit Leben zu füllen.

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Artikel Weinhändler saniert altes EWS Gebäude l DNN 09.04.2010

Coswig. 4500,60 Euro bekommt die große Kreisstadt aus dem Verkauf von etwa 780 Quadratmetern Fläche auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Elektrowärme Sörnewitz (EWS).
Was sich nach einer Randnotiz anhört, ist tatsächlich eine wichtige Nachricht. Das hängt vor allem mit dem Käufer zusammen, der „Superiore.de GmbH“.

Der Internet-Weinhändler aus Dresden will seinen Betrieb nach Coswig verlegen, hat dafür schon vergangenes Jahr ein etwa 7000 Quadratmeter großes Grundstück auf dem EWS-Betriebsgelände samt dem ehemaligen Hauptgebäude gekauft. „Das ist für uns ein großer Coup“, sagt Stadtsprecherin Ulrike Tranberg.

Hintergrund ist, dass die Stadt das EWS-Gelände nur in ein Gewerbegebiet verwandeln kann, so Wirtschaftsförderer Toralf Schmollny, weil sie in Superiore.de einen Käufer für das denkmalgeschützte Gebäude (Baujahr 1905) fand. Die Kosten für die Sanierung hätten nicht aus der Stadtkasse bezahlt werden können. Jetzt hat der Weinhändler hinter dem Industriedenkmal eine kleine Fläche zugekauft, damit er dort genügend Platz für den Lieferverkehr hat. Das beweist: Er meint es ernst mit seinen Plänen.

Nun soll es zügig weitergehen. Man wolle im Mai mit der Entrümpelung und Entkernung des Hauses beginnen, heißt es von Mirjam Schwarzkopf, die gemeinsam mit Lutz Heimrich die Geschäfte des Internetweinhandels führt. Der Bauantrag ist gestellt und die Resultate des Statikgutachtens werden in den nächsten Tagen erwartet. Superiore-Chef Heimrich ist von der Entscheidung, nach Coswig zu ziehen, voll überzeugt. „Wir haben anderthalb Jahre nach einer Immobilie gesucht, die zu uns passt und auch von den klimatischen Bedingungen her geeignet ist.“ Das Gebäude sei zwar sehr heruntergekommen, aber die Bausubstanz sehr gut.

So gut, dass Heimrich mit Hilfe des im Denkmalschutz erprobten Radebeuler Architekten Gunter Ader das frühere Hauptgebäude der EWS in „einen Leuchtturm an der Köhlerstraße“ verwandeln will.

Dabei soll die typische rote Klinkerfassade weitgehend erhalten bleiben, nur die seitlichen Anbauten werden hell verputzt. Die marode Westseite des künftigen Weinlagers wird stufenförmig gestaltet, so dass Dachterrassen entstehen. Auf der Rückseite des Gebäudes ist ein gläserner Anbau für Treppenhaus und einen Industrieaufzug geplant. Die modernen Materialien sollen dort bewusst einen Kontrast zum Bestand setzen.
2,8 Millionen Euro, inklusive Fördermittel, investiert Superiore.de in das Gebäude. Im Sommer 2011 soll es bezugsfertig sein, kündigt Heimrich an. Die Aktivitäten auf der Baustelle dokumentiert der Geschäftsführer bereits in einem Bautagebuch, das jeder im Internet einsehen kann.

Der Versandhandel Superiore.de erweitert mit dieser Investition nicht nur seine Lagerflächen auf 4500 Quadratmeter. „Wir wollen uns in den nächsten Jahren von aktuell sechs Mitarbeitern auf über zehn vergrößern“, sagt Heimrich. Am alten Standort in Dresden-Coschütz sei diese Erweiterung nicht möglich gewesen. „Dort sind wir nur Mieter.“

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Quelle: Dresdner Neueste Nachrichten, 09.04.2010

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