TAG | Ehemalige EWS

Mrz/11

15

Die Gesichter der Baustelle | Teil 10

Ist der Winter wirklich vorbei? Konnten wir nach dem Temperaturschock vom Dezember doch noch den heiligen Petrus auf unsere Seite ziehen?

Glaubt man der Prognose des dt. Wetterdienstes, scheint es tatsächlich so zu sein und wir haben alle Hoffnung, den Bauverzug von nunmehr vier Wochen wieder aufzuholen. Die Bauheizung haben wir aus psychologischen Gründen schon mal abgemeldet und die “längeren Tage” geben Kraft und Zuversicht.

Doch noch sind die Spuren des Winters nicht zu übersehen. So kämpfen wir und auch unsere Nachbarn in der Region derzeit mit einem Grundwasserspiegel von 2,5m unter NN, der unseren Keller nur in Anglerhose betreten lässt. Da die Kellerwände und Stützen wegen des bevorstehenden Terrasseneinbaus Westflügel dringend einer Ertüchtigung bedürfen, pumpen wir nun seit 11. März das Wasser ab. Dank an alle Beteiligten, insbesondere an das Umweltamt, die Untere Wasserbehörde, die WAB Coswig für die unbürokratische und schnelle Unterstützung bei den dafür nötigen Genehmigungsverfahren. Mit der Firma ERGO Umweltinstitut GmbH haben wir letztendlich einen zuverlässigen Partner für die Durchführung der Maßnahme gewinnen können und hoffen, dass wir so in Kürze Baufreiheit im Kellergeschoss erhalten.
 

Im Inneren des Gebäudes begannen die Bauvorleistungen für Ausbau- und Installationsarbeiten. Die Dimensionen der Gewerke Heizung, Klima, Lüftung und Elektro erfordern nicht nur wegen des engen Terminplans eine intensive Abstimmung und Disziplin aller Beteiligten. Die Komplexität des Vorhabens fordert eine hohe Einsatzbereitschaft und ein Mitdenken auf allen Ebenen. Mit den eigentlichen Ausbauarbeiten wird in wenigen Tagen im Hauptgebäude (Mitte) und den Lagerräumen begonnen.

Im Westflügel lässt der mittlerweile erreichte Bautenstand Garagen, Sozialräume, die Erschließung und erste Teilbereiche der Büroetage erkennen. Als Nächstes wird die Schalung für die einzuziehenden Decken vorbereitet, deren Einbau Ende März beginnt. Parallel werden im Mitteltrakt EG und 1. OG die alten Ziegelkappendecken ausgebessert, um sie originalbelassen in Lager und Büroräumen für sich wirken zu lassen.

Auf der Nordseite sind Erdbau- und Gründungsarbeiten für den Anbau Nord in vollem Gange. Hier werden später einmal die LKW-Verladestation, ein Treppenturm und der große Lastenaufzug ihre Heimat finden. Der Turm wird in seiner Anmutung ein modernes und spannendes Pendant zur historischen Gesamtanmutung des Gebäudes bilden.

Die Klinkerfassade wurde mittlerweile gewaschen und von alten Leitungen, Rohren und marodem Ziegelmauerwerk befreit. Derzeit läuft die Ausschreibung zur weiteren Instandsetzung und Ausbesserung, in nunmehr hundert Jahren hat die Zeit ihre Spuren hinterlassen. Konsens besteht zwischen Bauherr, Architekt und Denkmalbehörde, dass eine sensible Ausbesserung, aber keine großflächige Erneuerung vorgenommen wird – eine Reminiszenz an das Alter und die bewegte Vergangenheit des Gebäudes.

Auf dem Dach blitzt und blinkt es bereits, die Arbeiten am Aluminium-Stehfalzdach gehen zügig voran und werden dieser Tage erstmal vorläufig beendet. Nach Fertigstellung des Nordanbaus und des Giebels West oberhalb der Terrassen werden die Restarbeiten vorgenommen und das Dach endgültig fertiggestellt.

Aber auch das Umfeld wird im wahrsten Sinne des Wortes bewegte Zeiten erleben. So arbeitet die Stadt Coswig nun nach Bewilligung des Förderantrages mit Hochdruck an der Bereinigung des Gesamtareals. Im Rahmen der Herrichtung der Flächen des zukünftigen Gewerbegebietes “EWS” wird kaum ein Stein und kein Stück Erde an seinem Platz bleiben. In Kürze werden einige der alten Gebäudereste der Abrissbirne zum Opfer fallen und die Erschließung des Gesamtareals beginnt. Für uns besonders wichtig: Die neue Gewerbestraße direkt an der Ostseite unseres Gebäudes soll bis August 2011 zumindest bis an die neue Toreinfahrt fertiggestellt sein – eine Herausforderung für die Stadt und eine zwingende Notwendigkeit für unseren reibungslosen Einzug in den neuen Firmensitz. Insofern ist klar: die nächsten Wochen und Monate werden zur großen Aufgabe und es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit – wir wünschen daher allen Beteiligten und uns einen weiterhin reibungslosen und zügigen Bauverlauf!

· · · · · · · · · · · · ·

Dez/10

2

Altes muss Neuem weichen.

Gestern musste der 80 m hohe Schornstein der ehemaligen EWS der Zukunft Tribut zollen. Zum einen war die inzwischen marode Bausubstanz ein Sicherheistrisiko und zum Anderen wird künftig aus der Industriebrache ein vitaler und moderner Gewerbestandort. Auf rund 25 Hektar werden attraktive Gewerbeflächen geschaffen. Möglich wird das der Stadt Coswig durch die in der letzten Woche zugesagten Fördermittel in Höhe von 7,4 Millionen Euro (Gesamtvolumen der Entwicklungskosten: über 8 Millionen) von Bund und Land. Die Schornsteinsprengung und die Übergabe des Fördermittelbescheides sind somit der symbolische Startschuss für den Abriss von 16 Gebäuden auf dem Gelände, anschließend werden öffentliche Ver- und Entsorgungsanlagen für Trink-, Schmutz- und Regenwasser sowie Erschließungsstraßen entstehen.

Gern haben wir für den großen Anlass das gut beheizte Erdgeschoss unseres in Sanierung befindlichen zukünftigen Firmensitzes zur Verfügung gestellt. Unsere Baustelle bot am gestrigen Tag dem sächsischen Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Sven Morlok, Landrat Arndt Steinbach, Coswigs Oberbürgermeister Frank Neupold und über 100 Vertretern aus Politik und Wirtschaft eine optimale Sicht auf die Schornsteinsprengung und die gute Gelegenheit, bei einer geführten Besichtigung viel über den Stand unseres Sanierungsvorhabens zu erfahren.

Wir gratulieren der Stadt Coswig zu diesem wichtigen Meilenstein und sehen uns in unserer vor nunmehr fast zwei Jahren getroffenen Entscheidung bestätigt.

Hier ein visueller Eindruck der Sprengung:

Schornstein-Sprengung Gewerbegebiet Neusörnewitz

· · · · · · · · · · ·

Sep/10

13

Die Gesichter der Baustelle | Teil 3

Es ist vollbracht: Das Gebäude ist beräumt, entkernt und besenrein.
Zwei Monate mit viel Tatkraft, Staub und Baulärm haben sich wahrhaftig gelohnt und offenbaren das imponierende Ergebnis:  Um 476 Tonnen Bauschutt, 215 Tonnen Baumischabfall, 82 Tonnen Altholz und 43 Tonnen weiteren Schrott ist das Industriedenkmal beräumt worden. Des weiteren wurden 7 km (1,80 Tonnen) alte Elektroleitungen entfernt. Die gesamte Entsorgung wurde unter Begleitung eines unabhängigen Sachverständigen und des Umweltamtes Kreis Meißen ordnungsgemäß durchgeführt.

Der erste Bauabschnitt ist Geschichte und die beeindruckenden Zahlen präsentieren sich direkt im Gebäude in ihrer schönsten Form: Die Etagen zeigen sich jetzt in Ihrer vollen Größe und spiegeln imposant die Dimension unseres Vorhabens wider. Während nun bereits die Ziegelkappendecken, Stahlsäulen und Stahlträger mittels Sandstrahlen freigelegt und gereinigt werden, gehen die Ausschreibungen und Vertragsverhandlungen für Rohbau, Dach, Fenster und Fassade in die heiße Phase.
Bis Ende des Monats wird der Bauwasseranschluss gelegt sein und dann wird der eigentliche Bau beginnen. Es bleibt also garantiert spannend!

· · · · · · ·