Kategorie |

Aktuelles

 ENDSPURT AM SÖRNEWITZER WEINLAGER 

Coswig. Ende August will der Internet-Weinversand Superiore von Dresden nach Coswig ziehen. Der Countdown läuft.

Gewusel überall in und am 100 Meter langen, alten Hauptgebäude der ehemaligen Elektrowärme Sörnewitz (EWS) in Coswig. Hinterm Haus gestaltet die Strabag gerade die Außenanlagen. In dem roten Backsteinbau an der Köhlerstraße laufen die Putzarbeiten und der Trockenbau auf Hochtouren, in einzelnen Bereichen sind bereits die Maler zugegen. Schließlich will der Noch-Dresdner Internet-Weinversand Superiore schon Ende August mit 160 000 Flaschen italienischer Spitzenweine um- und einziehen.

Der Countdown läuft. „Wir haben derzeit sieben bis zehn Tage Verzug“, sagt Geschäftsführer Lutz Heimrich. Zum einen mache die hohe Luftfeuchtigkeit Probleme. Zum anderen sei durch die jüngsten Unwetter Regen eingedrungen und habe etwa Schäden an Trockenbauwänden verursacht.

Doch trotz dieser Probleme geht es immer mehr voran. Bis gestern wurden 90 Prozent der Fassade Südseite fertiggestellt, das Gerüst ist dort bereits zur Hälfte gefallen. Der Einbau der stolzen 300 Fenster wurde laut Heimrich sogar schon abgeschlossen. Auf der Nordseite haben die Vorbereitungen für den Außenputz begonnen.

Auch die Sanitär- und Heizungs-Grobinstallationen sind nahezu fertig. In den Weinlagern nehmen Sprinkleranlage, Lüftungs- und Klimatechnik Form an. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach ist bereits abgenommen, das Blockheizkraftwerk wird Ende August geliefert. Der Vier-Tonnen-Lastenaufzug auf der Nordseite wird durch die Lödige Aufzugstechnik GmbH eingebaut, eine Testfahrt wurde bereits absolviert. Nächste Woche beginnt der Einbau des Personenaufzugs, ebenso der großen, stählernen Haupttreppe im Foyer.

Die denkmalgerechte Sanierung des im Jahr 1905 errichteten Gebäudes kostet rund 3,4 Millionen Euro, knapp die Hälfte wird von Brüssel gefördert.

Noch drei Wochen sind es bis zum Umzug. Es bleibt also spannend. Laut Lutz Heimrich soll dann jedoch sowieso erst mal das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss fertig sein. Seine ebenfalls im Objekt entstehende Wohnung dauere etwas länger.

Um den gesamten Artikel im Original zu sehen, klicken Sie bitte hier.

Quelle: Sächsische Zeitung, Coswig, Weinböhla, Meißen, 05. August 2011 (Marco Mach/ Fotos: Thomas Kube)

· · · · · · · · · · · · · ·

Aug/11

2

Die Gesichter der Baustelle | Teil 13

Bis heute wurden 90% der Fassade Südseite fertiggestellt und das Gerüst ist in vielen dieser Bereiche (Süd-Ost-Fassade) bereits gefallen. Der Fenstereinbau wurde abgeschlossen, jetzt beginnen auf der Nordseite die Vorbereitungen für den Außenputz und die Fensterbank-Verblechungen werden vorgenommen.

Mit der Firma STRABAG AG wurde ein versiertes Tiefbauunternehmen verpflichtet, welches zur Zeit die Grundleitungen Entwässerung, Schmutzwasser und die Verkehrsflächen (Zufahrt Rampe, Parkflächen, Fußwege) Nordseite erstellt. Bezüglich der Südseite (2. Bauabschnitt) befinden wir uns derzeit in Verhandlungen. Rommel Dresden GmbH & Co. KG stellte zwischenzeitlich den Anbau Nord fertig und ist nun noch mit kleineren Restarbeiten im gesamten Gebäude beschäftigt. Der Kran wurde kurz nach dem gut besuchten Richtfest am 24.06.2011 abgebaut.

Im Inneren laufen die Arbeiten Putz und Trockenbau auf Hochtouren, in einzelnen Bereichen sind bereits die Maler zugegen. Die Sanitär- und Heizungs-Grobinstallationen sind nahezu fertiggestellt, in den Lagern nehmen Sprinkleranlage, Lüftungs- und Klimatechnik Form an. Die Elektriker verlegen die Leitungen für die Brandmeldeanlage, Alarmanlage, das Schienensystem für die Lagerbeleuchtung und errichten die Zählerplätze und Schaltschränke in den Technikräumen, wo zukünftig alles zusammenläuft. Parallel wurde die Deckenverfugung der Ziegelkappen in den Lagerbereichen fertiggestellt und weitere Schichten Brandschutzanstrich auf die Stahlstützen und Träger aufgebracht.

Anders Metallbau OHG hat bereits die Treppe in der Packzone errichtet, zur Zeit wird in der Werkstatt die große Haupttreppe gefertigt, die nachher im Foyer eingebaut wird und einmal die Etagen vom EG bis zum 2.OG erschließt. Der 4t Lastenaufzug wird durch Lödige Aufzugstechnik GmbH eingebaut, es wurde bereits eine Testfahrt absolviert und im EG (Verladestation) die erste Tür eingebaut. In Kürze beginnt auch der Einbau des Personenaufzugs.

Die Estrichleger haben über 50% der Flächen fertiggestellt, im Lager Erdgeschoss wird momentan mit der Fußbodenbeschichtung begonnen. In den nächsten Tagen wird im 1. OG Lager ein Gussasphalt eingebracht.

Die Dachdecker-Abteilung der Großenhainer Ausbau GmbH dichtet die Terrassen und Flachdächer ab, parallel dazu wurden letzte Arbeiten am Stehfalzdach und den Attikas an den Giebeln Nord und Süd fertiggestellt.

Noch 3,5 Wochen bis zum Umzug … es bleibt spannend!

· · · · · · · · · · · · · · · · · ·

Die Spannung steigt. Wer in diesen Tagen die Baustelle des ehem. Hauptgebäudes der EWS besucht, wird unweigerlich feststellen, dass sich nicht nur die Mannstärke der einzelnen Gewerke stark erhöht hat, sondern auch täglich Neues und vor allem von außen Sichtbares entsteht. Während in den Innenbereichen fleißig an der Grobinstallation für Lüftung, Heizung und Sanitär gearbeitet wird, nehmen auf der Nordseite die Verladestation mit künftigem Treppenturm und Lastenaufzug sichbar Formen an. Die ersten Treppen wurden bereits eingebaut und die Decke über EG ist bereits vollständig betoniert. Erst jetzt wird uns so richtig klar, welche Dimensionen der Neubau hat, die Pläne und zwischenzeitlich angefertigten 3D-Visualisierungen werden von der Realität in den Schatten gestellt. Doch im Norden passiert noch mehr: Nach sorgfältigem Abwägen der Vor- und Nachteile haben wir uns dazu entschlossen, den daneben liegenden Altanbau Nord abzureißen und original wieder errichten zu lassen. Sowohl die vergleichbar geringen Mehrkosten für Abriss und Neubau als auch statische Überlegungen haben uns diese Entscheidung letztendlich leicht gemacht.

Auf der Westseite wurden bereits alle neu zu erstellenden Etagen und die Terrassierung betoniert. Aufgrund der schlechten Bausubstanz war hier ab 1.OG leider der Totalabriss nötig. Erstmals erhält man nun einen beeindruckenden Einblick in die zukünftigen Büro- und Wohnungsetagen mit zugehörigen Terrassen, die durch die alten Fassadenteile eingefasst werden. So wird der Gesamteindruck des Gebäudes erhalten und gleichzeitig entsteht ein Wetter- und Sichtschutz.

Derzeit werden in den Lagerräumen und späteren Kommissionierbereichen die vorher sandgestrahlten Ziegelkappendecken gewaschen, bevor sie anschließend nachverfugt und versiegelt werden. Der Einbau der original nachempfundenen Holzfenster geht voran, beginnend im Dachgeschoss von Osten nach Westen. Parallel dazu werden die Fensterlaibungen und der Glattstrich eingebracht, bevor in den nächsten Wochen die Fensterinnen- und -außenbänke folgen werden. Mit den ersten Fenstern kehrt das “Gesicht” und Flair der Traditionsimmobilie zurück, welches in den vergangenen Monaten durch Entkernung und Skelettierung stark in den Hintergrund gerückt war. Mitverantwortlich dafür ist auch die Fassadensanierung, die die über 100 Jahre entstandenen Wunden im Klinkerwerk nach und nach schließt – es wurden bis heute über 4.000 Ziegel ausgetauscht und über 1.000 Metall- und Kleinteile entfernt, ein großes Lob für den Fleiß und die Gewissenhaftigkeit geht damit an die Firma Nüske aus Dresden. Im Nachgang an den Ziegelaustausch wird mit der Schlämmverfügung der Fassade begonnen, bevor dann abschließend hydrophobiert wird. Der Anthrazit-Farbton des Fugenmörtels korrespondiert ideal mit den dunkelgrauen Fenstern und wurde nach historischem Vorbild angemischt, nicht nur ein Zugeständnis an den Denkmalschutz, sondern eine für die Qualität des optischen Gesamtbildes konsequente Entscheidung.

In diesen Tagen werden letzte Abbrucharbeiten am Westgiebel des 3. Obergeschosses vorgenommen. Dieser wird anschließend neu betoniert und der Dachanschluss hergestellt. Dabei wird auch der alte Aufzugsturm saniert, bevor dann ein Wärmedämmverbundsystem angebracht wird.

Auch das Umfeld des Objektes ist in Bewegung. Der Abriss der alten Gebäude durch die Stadt Coswig geht rasant voran – täglich werden tonnenweise Bauschutt, Erdreich und Altmetall abtransportiert. Der Standort verändert täglich sein Gesicht und es wird spannend bleiben.

· · · · · · · · · · · · · · · · ·

Apr/11

12

Die Gesichter der Baustelle | Teil 11

Knapp fünf Monate vor der geplanten Fertigstellung hat sich die Mannstärke auf der Baustelle sprunghaft erhöht. Weithin sichtbar stellt sich derzeit die versierte Truppe der Firma Bautenschutz Nüske (Dresden) der großen Herausforderung der Fassadensanierung. Die Problematik der Reparatur einer 100 Jahre alten Fassade steckt im Detail: Welche Klinker werden ausgetauscht, welche im Mauerwerk belassen? Eine schwierige Frage, die bei falscher Beantwortung die Kosten sehr schnell ins Unermessliche steigern lässt. Allein für die Auswahl des Fugenmaterials mussten mehrere Probeflächen angelegt werden.

Desweiteren wurden in der Ziegelei Huber, Graupzig, die entsprechenden Ziegel bemustert. Sie müssen in puncto Brenngrad und Format in das historische Fassadenbild passen und den Anforderungen an den Denkmalschutz gerecht werden. Erst nachdem der Austausch der schadhaften Ziegel und das Verfugen abschnittsweise vollzogen sind, kann das Gerüst “fallen” und der Fenstereinbau durch die Crottendorfer Tischlerhandwerk GmbH erfolgen.

Für die noch anstehenden Roh- und Hochbauarbeiten (Los 2 und 3) wurde erneut das renommierte Unternehmen Rommel Bau Dresden GmbH gewonnen. Schwerpunkte ihrer aktuellen Leistungen sind auf der West-  und Nordseite zu erkennen: Gen Westen werden neue Betondecken eingezogen und schon heute kann man die spätere Terrassierung erkennen. Außerdem wurde die Gründung des Neubaus Nord für die Anlieferung  fertiggestellt. Hier entsteht in Kürze der Hochbau für den neuen Lastenaufzug, der Treppenhausturm und die großzügige Anlieferungszone.

Im Inneren des Gebäudes sind seit zwei Wochen Mitarbeiter der Großenhainer Ausbau GmbH (Großenhain)  damit beschäftigt, vereinzelte Stahlträger und -Säulen mit Trockenbau zu verkleiden. Dies geschieht nur an den Stellen, wo das Brandschutzkonzept es ausdrücklich fordert. Viele der weiteren Stützen im Lagerbereich werden sorgfältig gestrahlt, grundiert und mit entsprechendem Brandschutzanstrich versehen.  In den Lagerbereichen, wo bereits in Längsrichtung Mauerwerk vorgesetzt wurde, werden nun zusätzliche Trockenbauwände mit Wärmedämmung errichtet – eine weitere Maßnahme zur Stabilisierung des erforderlichen Klimas für eine langjährige und fachgerechte Weinlagerung. Nach diesen beiden vorrangigen Aufgaben stehen weitere umfangreiche Verkleidungsmaßnahmen an Lüftungsschacht, im späteren Bürobereich und im Treppenfoyer an.

Parallel dazu hat die Firma A.S.T. GmbH, Dresden, mit den Kernbohrungen für Installationsarbeiten der Gewerke Heizung, Lüftung, Sanitär und Klima begonnen. Die gesamte Elektroinstallation wird von der Firma Elekto Fröde, Stadt Wehlen, realisiert.

Momentan heißt die große Herausforderung: Punktgenaue Koordination und zeitliche Abstimmung zwischen allen Gewerken. Hier haben die beiden Bauleiter Reinhard Ader (Oberbauleiter) und Rolf-Werner Israel (Bauleitung TGA) voll zu tun, um weiterhin ein gutes Händchen zu beweisen.

· · · · · · · · · · · · ·

Mrz/11

15

Die Gesichter der Baustelle | Teil 10

Ist der Winter wirklich vorbei? Konnten wir nach dem Temperaturschock vom Dezember doch noch den heiligen Petrus auf unsere Seite ziehen?

Glaubt man der Prognose des dt. Wetterdienstes, scheint es tatsächlich so zu sein und wir haben alle Hoffnung, den Bauverzug von nunmehr vier Wochen wieder aufzuholen. Die Bauheizung haben wir aus psychologischen Gründen schon mal abgemeldet und die “längeren Tage” geben Kraft und Zuversicht.

Doch noch sind die Spuren des Winters nicht zu übersehen. So kämpfen wir und auch unsere Nachbarn in der Region derzeit mit einem Grundwasserspiegel von 2,5m unter NN, der unseren Keller nur in Anglerhose betreten lässt. Da die Kellerwände und Stützen wegen des bevorstehenden Terrasseneinbaus Westflügel dringend einer Ertüchtigung bedürfen, pumpen wir nun seit 11. März das Wasser ab. Dank an alle Beteiligten, insbesondere an das Umweltamt, die Untere Wasserbehörde, die WAB Coswig für die unbürokratische und schnelle Unterstützung bei den dafür nötigen Genehmigungsverfahren. Mit der Firma ERGO Umweltinstitut GmbH haben wir letztendlich einen zuverlässigen Partner für die Durchführung der Maßnahme gewinnen können und hoffen, dass wir so in Kürze Baufreiheit im Kellergeschoss erhalten.
 

Im Inneren des Gebäudes begannen die Bauvorleistungen für Ausbau- und Installationsarbeiten. Die Dimensionen der Gewerke Heizung, Klima, Lüftung und Elektro erfordern nicht nur wegen des engen Terminplans eine intensive Abstimmung und Disziplin aller Beteiligten. Die Komplexität des Vorhabens fordert eine hohe Einsatzbereitschaft und ein Mitdenken auf allen Ebenen. Mit den eigentlichen Ausbauarbeiten wird in wenigen Tagen im Hauptgebäude (Mitte) und den Lagerräumen begonnen.

Im Westflügel lässt der mittlerweile erreichte Bautenstand Garagen, Sozialräume, die Erschließung und erste Teilbereiche der Büroetage erkennen. Als Nächstes wird die Schalung für die einzuziehenden Decken vorbereitet, deren Einbau Ende März beginnt. Parallel werden im Mitteltrakt EG und 1. OG die alten Ziegelkappendecken ausgebessert, um sie originalbelassen in Lager und Büroräumen für sich wirken zu lassen.

Auf der Nordseite sind Erdbau- und Gründungsarbeiten für den Anbau Nord in vollem Gange. Hier werden später einmal die LKW-Verladestation, ein Treppenturm und der große Lastenaufzug ihre Heimat finden. Der Turm wird in seiner Anmutung ein modernes und spannendes Pendant zur historischen Gesamtanmutung des Gebäudes bilden.

Die Klinkerfassade wurde mittlerweile gewaschen und von alten Leitungen, Rohren und marodem Ziegelmauerwerk befreit. Derzeit läuft die Ausschreibung zur weiteren Instandsetzung und Ausbesserung, in nunmehr hundert Jahren hat die Zeit ihre Spuren hinterlassen. Konsens besteht zwischen Bauherr, Architekt und Denkmalbehörde, dass eine sensible Ausbesserung, aber keine großflächige Erneuerung vorgenommen wird – eine Reminiszenz an das Alter und die bewegte Vergangenheit des Gebäudes.

Auf dem Dach blitzt und blinkt es bereits, die Arbeiten am Aluminium-Stehfalzdach gehen zügig voran und werden dieser Tage erstmal vorläufig beendet. Nach Fertigstellung des Nordanbaus und des Giebels West oberhalb der Terrassen werden die Restarbeiten vorgenommen und das Dach endgültig fertiggestellt.

Aber auch das Umfeld wird im wahrsten Sinne des Wortes bewegte Zeiten erleben. So arbeitet die Stadt Coswig nun nach Bewilligung des Förderantrages mit Hochdruck an der Bereinigung des Gesamtareals. Im Rahmen der Herrichtung der Flächen des zukünftigen Gewerbegebietes “EWS” wird kaum ein Stein und kein Stück Erde an seinem Platz bleiben. In Kürze werden einige der alten Gebäudereste der Abrissbirne zum Opfer fallen und die Erschließung des Gesamtareals beginnt. Für uns besonders wichtig: Die neue Gewerbestraße direkt an der Ostseite unseres Gebäudes soll bis August 2011 zumindest bis an die neue Toreinfahrt fertiggestellt sein – eine Herausforderung für die Stadt und eine zwingende Notwendigkeit für unseren reibungslosen Einzug in den neuen Firmensitz. Insofern ist klar: die nächsten Wochen und Monate werden zur großen Aufgabe und es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit – wir wünschen daher allen Beteiligten und uns einen weiterhin reibungslosen und zügigen Bauverlauf!

· · · · · · · · · · · · ·

 

BLICK INS NEUE WEINLAGER IN NEUSÖRNEWITZ

Coswig. Der Dresdner Internet- Weinversand Superiore saniert das alte EWS-Gebäude. Im August sollen 160 000 Flaschen umziehen.

Die Perspektive hat was. Lutz Heimrich und Gunter Ader blicken vom Erdgeschoss durch die geöffnete Decke zwei Etagen nach oben. Hier, wo Anfang des vorigen Jahrhunderts Keramikbrennöfen standen, soll das Treppenhaus entstehen, sagt Heimrich. Er ist Geschäftsführer des Noch- Dresdner Internet Weinversandes Superiore, Ader sein Architekt aus Radebeul. Beide stehen sie gerade im 100 Meter langen, alten Hauptgebäude der ehemaligen Elektrowärme Sörnewitz (EWS) in Coswig. Weil sein bisheriger Firmensitz am Felsenkeller am Rande Dresdens zu klein geworden ist, kaufte er nach fast 20 Jahren Leerstand den roten Backsteinbau an der Köhlerstraße. Mitte 2010 ließ er ihn entkernen, Elektroleitungen und Heizungsrohre entfernen, Wände und Fenster beseitigen. Seither wird wieder aufgebaut. Eines von insgesamt stolzen 300 Fenstern ist bereits probeweise eingesetzt.

Über einen Meter dicke Wände

„Schon jetzt kommen die über 100 Jahre alten heiligen Hallen ganz neu zur Geltung und geben einen Eindruck der Großzügigkeit der zukünftigen Lager- und Arbeitsflächen“, sagt Heimrich. Er steht gerade in einem Lagerraum im Erdgeschoss. Wie in allen diesen Bereichen sind hier die Fenster bereits zugemauert, die Außenwand von 60 Zentimeter auf über einen Meter Breite erhöht. Italienische Spitzenweine lagert man eben am besten bei 16 Grad Celsius und 65 Prozent Luftfeuchtigkeit. Da die dicken Mauern nicht ganz zur optimalen Kühlung der Weine ausreichen, braucht es zudem eine Klimaanlage. Und um die deshalb entstehenden hohen Stromkosten so gering wie möglich zu halten, ist auf dem Dach eine Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch geplant. Dass hoch oben auf dem dreistöckigen Gebäude eine hohe nutzbare Sonneneinstrahlung herrscht, davon können sich Heimrich und Ader an diesem herrlichen, aber kalten Tag selbst ein Bild machen. Dachklempner sind dort gerade am Werkeln, das neue Blech blendet. 

Heimrich blickt auf der Nordseite nach unten. Hier soll schon bald der einzige Anbau entstehen – für die Anlieferung der Weine aus Italien. Insgesamt 1 500 verschiedene Weine und 150 Brände hat Superiore im Angebot, von fünf Euro aufwärts. 35 000 Kunden zählt Heimrich, sie brachten ihm im Jahr 2010 insgesamt 3,5 Millionen Euro Umsatz. Man könne bei ihm auch Einzelflaschen bestellen, betont er. Um nicht zu viele Umsatzeinbußen zu erlangen, könne man nur im August umziehen. Im August 2011. Wer den Zustand des EWS-Gebäudes heute sieht, kann sich die Einhaltung dieses straffen Zeitplanes kaum vorstellen. Außerdem habe der Winter den Bauarbeitern mächtig zugesetzt. „Aber unser Termin steht noch“, sagt Heimrich und gibt sich zuversichtlich, bereits in einem halben Jahr komplett mit 160 000 Flaschen Wein umzuziehen. Diese werden auf 1 800 Quadratmetern gelagert. Am Felsenkeller stehen Superiore derzeit nur 1200 Quadratmeter zur Verfügung.

Der Chef zieht mit ein

Das gesamte Gebäude in Neusörnewitz hat gar 4 500 Quadratmeter Nutzfläche. Heißt: Es bietet Platz für ein weiteres Firmenwachstum. Auf dem geräumigen Dachboden ist zum Beispiel eine dieser Reserveflächen. 500 Quadratmeter werden für Büros gebraucht, ein paar weitere auf der Ostseite für Hausmeister- und Gästewohnungen und auf der Westseite für Heimrichs neues Zuhause. Denn der Chef zieht persönlich mit ein. Er zeigt auf seine geplante Wohnung nach oben, als wir im Westflügel stehen. Hier soll außerdem etwas Besonderes hin, erklärt Architekt Ader. Weil die Decken in diesem Bereich sehr marode waren, entschied man sich im Westteil für Dachterrassen, wobei die Außenfassade jedoch stehen bleibt. Diese soll zudem komplett weiter als unverputzte Klinkerfassade daherkommen.

Die denkmalgerechte Sanierung des im Jahr 1905 errichteten Gebäudes kostet rund 3,4 Millionen Euro, knapp die Hälfte wird von Brüssel gefördert. Die Mitarbeiterzahl hat Heimrich bereits von sechs auf zehn erhöht, Tendenz steigend. Lutz Heimrich und Gunter Ader blicken am Ende nochmals durch die geöffnete Decke nach oben. Das Jahr 2011 könnte für beide ein guter Jahrgang werden.

Um den gesamten Artikel im Original zu sehen, klicken Sie bitte hier.

Quelle: Sächsische Zeitung, Coswig, Weinböhla, Meißen, 01. März 2011 (Marco Mach/ Fotos: Arvid Müller)

· · · ·

Feb/11

1

Die Gesichter der Baustelle | Teil 9

Ein vorherrschendes Thema bei einer Sanierung dieser Größenordnung über die baukritischen Wintermonate ist natürlich das Wetter. Mit dem bis jetzt recht milden Januar konnten die Arbeiten aller Gewerke wieder mit voller Kraft aufgenommen werden und Tag für Tag ändert die Baustelle stetig ihr Gesicht. Das Fassadengerüst ist bereits seit Anfang des Jahres wieder freigegeben, so dass die Ausführungen der Dachdecker-, Zimmerer-, Abbruch- und Sicherungsarbeiten wieder in vollem Gange sind.

Gerade im Dachbereich zeigen sich große Veränderungen, denn an der Osthälfte werden die Dachverblechungsarbeiten umgesetzt und das erste Dachausstiegsfenster ist bereits gesetzt.

Die Abbrucharbeiten auf der Gebäudewestseite sind im Wesentlichen abgeschlossen und der nun sehr filigran wirkende Gebäudeteil wird durch eine temporäre Sicherungskonstruktion aus massiven Holzbalken gestützt. Doch auch an der Fassade gehen die Arbeiten weiter voran, einen ersten Eindruck über die Schönheit des alten Klinkermauerwerks kann man sich bereits an den frisch gereinigten Flächen verschaffen, das neue Sichtmauerwerk schließt mehr und mehr die optischen Lücken. Optische Lücken anderer Art schließt nun auch ein erstes Holz-Musterfenster mit Sprossenteilung, es fügt sich harmonisch und überzeugend in die historische Fassade ein.

Im Gebäudeinneren vermitteln die neuen Innenwände im EG und 1.OG einen ersten Eindruck des Weinlagers und des Packraumes. Die Skelettkonstruktion aus Stahlträgern und die Gusseisenstützen wurden mit Korrosionsanstrich versiegelt und weitere Brandschutzbeschichtungen mit abschließendem Metallglimmereffekt realisiert – die so veredelten Stützen strahlen nun wieder im alten Glanz.

Auch wenn wir die aktuell eher milden Temperaturen sehr willkommen heißen: die Baustelle ist für den nächsten Schnee- und Kälteschub vorbereitet. Die Baufreiheit für die Ausführung der Rohrinstallation der technischen Gebäudeausrüstung ist realisiert und so steht uns ein weiterer anspruchsvoller Bauabschnitt bevor.

· · · · · · · · · · · · · · · ·

Dez/10

28

Die Gesichter der Baustelle | Teil 8

Auch wenn der Schnee von außen alles ruhig und bedächtig erscheinen lässt, geht der Geschossbau im Inneren der ehemaligen EWS termingerecht voran. Die Dachfläche ist zu einem Großteil wetterdicht und die Fenster trotzen dem Schnee und eisigem Wind dank der Notbeplanung. Mittels dieser Wetterschutz-Maßnahmen können die innenliegenden Wände gemauert und die Deckenaussparungen gebaut werden. Durch die mit Klinkern ausgemauerten Fensteröffnungen im EG und 1. OG lässt sich langsam das zukünftige Fassadenbild des Weinlagers erahnen.

Die Deckenbereiche für den Einbau der Haupttreppenanlage sind geöffnet und der Wandeinbau in den Obergeschossen wird fortgesetzt. Der Westflügel zeigt sich von außen noch in bekannter Manier, doch die konstruktiven Abbrucharbeiten im Westteil des Gebäudes sind bereits abgeschlossen. Ingenieurtechnische Holzaussteifungen an den freistehenden Klinkeraußenwänden und an den Bestandsdecken dienen der Sicherheit und Lastabtragung und stabilisieren diese Bauteile bis zum Einbau der neuen tragenden Wände und Decken.

Durch das beständige Winterwetter gehören Schneeräumen und Enteisungen auf der Baustelle zum aktuellen Tagesgeschehen. Die Arbeiten an Dach und Fassade wurden derzeit unterbrochen um den Aspekten Sicherheit und Verarbeitung gerecht zu werden.

Nach den Festtagen können die Bauarbeiten im Innenbereich trotz des strengen Winters fortgesetzt werden.

Wir wünschen allen Baubeteiligten schöne, besinnliche Festtage, einen glanzvollen Jahreswechsel und für das neue Jahr nur das Beste, gleiches gilt natürlich auch für unsere Leser. 

Wir freuen uns auf das für uns im besonderen Maße spannende Jahr 2011.

· · · · · · ·

Dez/10

13

Die Gesichter der Baustelle | Teil 7

Eine zentimeterdicke Schneedecke und dringende Dacharbeiten vertragen sich in der Regel nicht gut. Dennoch hat die Firma Blitzer in den letzten Wochen bereits 80% der gesamten Dachfläche, das bedeutet ca. 15 Tonnen bestehende Schweißbahn demontiert und fachgerecht entsorgt. Die so gerüstete Fläche wurde im Anschluss mit der erforderlichen Dampffolie versehen und derzeit sind bereits 300 qm Aufsparrendämmung fertig gestellt.

Trotz des lang anhaltenden und strengen Wintereinbruchs arbeitet sich das Dachdecker-Team rund um und mit Herrn Keller zügig achsweise vom Ostflügel aus über die gesamte Fläche.

· · · · ·

 „SUPERIORE.DE“ DRÜCKT AUF DIE TUBE

Internetweinhandel will schon im August 2011 neuen Firmensitz in EWS-Hauptgebäude eröffnen

Coswig. Die Dornröschentage des ehemaligen Hauptgebäudes der Elektrowärme Sörnewitz (EWS) sind gezählt. Im August nächsten Jahres will Lutz Heimrich hier mit seinem Internetweinhandel „Superiore.de“ einziehen. Das 105 Jahre alte Fabrikgebäude soll so etwas wie das Aushängeschild des derzeit in Dresden beheimateten Unternehmens werden.

Auf eine glanzvolle Zukunft deutet im Moment allerdings noch wenig hin: Das Gebäude ist inzwischen entkernt, in den nächsten Tagen kommen sogenannte Notfenster in die rund 250 Fensteröffnungen, die den schlimmsten Frost abhalten. Eigentlich sollte die Fassade abgewaschen und durch ein spezielles Verfahren gedämmt werden. Diese Arbeiten ruhen wegen der frostigen Temperaturen. Dafür entsteht im Inneren eine Brandschutzmauer. Sie teilt das Gebäude, so dass sich die spätere Nutzung erkennen lässt: In dem zwei Drittel großen Teilstück wird im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss auf je 1600 Quadratmetern das Weinlager eingerichtet. 150 000 Flaschen italienischer Weine hat der Internethändler derzeit auf Lager. „Und wir wollen weiter wachsen“, sagt Geschäftsführer Heimrich.

Im darüberliegenden Geschoss soll ein Versandlager liegen, in dem etwa Kartonagen und Packmaterial aufbewahrt werden. „Aus statischen Gründen können wir dort keinen Wein lagern, perspektivisch ist das aber als Erweiterungsfläche gedacht“, sagt Heimrich. Das Dachgeschoss bleibt vorerst ohne Nutzung.

In der kürzeren Hälfte im Westteil des Gebäudes entsteht in den unteren Geschossen ein Verwaltungstrakt. Weil das Dach hier besonders marode war, musste es teilweise abgerissen werden, genauso wie die zwei darunter liegenden Decken. Dadurch sind zwei Terrassen entstanden, von denen eine Heimrich selbst nutzen will, der sich hier seine Wohnung einrichtet. Die Terrassierung ist allerdings nur von der westlichen Giebelseite her zu sehen, weil die Seitenwände des Gebäudes aus Denkmalschutzgründen stehen bleiben mussten.

2,7 Millionen Euro kostet die Sanierung des EWS-Gebäudes, davon kommen 1,25 Millionen Euro aus einem Fördertopf der Europäischen Union. Teuer machen den Umbau einerseits Auflagen des Denkmalschutzes. So werden die Fenster für das Gebäude derzeit nach historischen Vorbildern extra angefertigt. Andererseits soll der künftige Unternehmenssitz mit Aufzug und Klimatechnik den modernsten Anforderungen genügen.

Um den gesamten Artikel im Original zu sehen, klicken Sie bitte hier.
Quelle: Dresdner Neueste Nachrichten, 09.12.2010, von Uwe Hoffmann

· · · · · · · ·

Dez/10

8

Die Gesichter der Baustelle | Teil 6

Trotz anhaltender Wintertemperaturen ist in den vergangenen vier Wochen viel auf unserer Baustelle passiert. Die Bauheizung läuft rund um die Uhr und der Heizöllieferant reibt sich – nicht nur wegen der Kälte – die Hände.

Zur Zeit erfolgt der konstruktive Abriss im Westteil des Hauptgebäudes (Terrassierung) und die Umbau- und Sanierungsarbeiten konzentrieren sich auf den Mittel- und Ostteil. Trotz der widrigen Wetterbedingungen werden nach dem letzte Woche erfolgten Einbau der Beton-Bodenplatte im Erdgeschoss bereits erste Innenwände gemauert. Die zukünftige Nutzungssituation zeichnet sich durch den Bau der Brandwände mehr und mehr ab: Der Innenbereich des Erdgeschosses nimmt langsam seine endgültige Form an.

Um weiterhin den ambitionierten Zeitplan zu realisieren und auch bei frostigen Graden auf der Baustelle arbeiten zu können, werden die ca. 250 Fensteröffnungen mit sogenannten “Notfenstern”, bestehend aus Holzrahmen und Baufolie, verschlossen. Des weiteren werden im EG und 1. OG die ersten Fenster mit Sichtmauerwerk geschlossen, um der zukünftigen Nutzung als Weinlager zu entsprechen. Aufgrund der 100 Jahre alten Fassade haben wir bei der Auswahl der hierzu verwendeten Ziegel großes Augenmerk auf Form, Beschaffenheit und Brenngrad gelegt.

Der Bestandsaufzug wurde komplett demontiert und der Aufzugsschacht für den Einbau des “Nachfolgers” vorbereitet. Die Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten werden derzeit wetterbedingt auf die Vorbereitung der nächsten Arbeitsschritte und die Ausführung von Werkstattarbeiten reduziert.

Weitere Maßnahmen, die derzeit ausgeschrieben und verhandelt werden, sind die Fassadenreinigung und -sanierung, das Rohbau-Los_2 (Neubau Rampe und Treppen-/ Aufzugsturm Nordseite) und die Tiefbau-/ Straßenbauplanung der Freianlagen. Weiterhin wird das energetische Konzept einer Feinplanung unterzogen – hier insbesondere gilt es das Zusammenspiel von BHKW, Photovoltaikanlage und partiellem Fernwärmebezug zu optimieren.

Der zeitige und schneereiche Wintereinbruch ist für alle ausführenden Gewerke eine große Herausforderung und unser besonderer Dank gilt hier allen Bauschaffenden, die einen hohen Einsatz und große Umsicht bei der Arbeitsvorbereitung und bei der Gewährleistung der Baustellensicherheit zeigen.

· · · · · · · · · · · · ·

<< Latest posts

Older posts >>